Domus aurea

Das Domus aurea gehoert zu den geheimnisvollsten Monumenten Roms. Nach dem grossen Brand 64 n. Chr., von dem man sagt, er sei von Nero selbst gelegt worden ( was aber nicht stimmt, da er sich zu diesem Zeitpunkt in Anzio in seiner Villa am Meer aufgehalten hat), entstand innerhalb von nur 4 Jahren eine gewaltige private Villa fuer Kaiser Nero. Sie umfasste drei der sieben Huegel: Esquilin, Palatin und Caelium. Nero wollte das Domus immer noch weiter ausdehnen, es sollte eine Stadt innerhalb der Stadt werden, genannt Neropolis. Aber sein Tod hat dem Wahnsinn ein Ende gesetzt. Danach sollte nichts mehr an Kaiser Nero erinnern ( damnatio memoriae), der kuenstliche See, um das das goldenen Haus herumgebaut worden war, wurde zugeschuettet und das Kolosseum errichtet. Kaiser Trajan liess ueber einem Teil des Domus aurea die Trajansthermen erbauen – d.h. das gesamte Areal sollte dem Volk zurueckgegeben werden.
Mit den ersten Ausgrabungen begann man schon vor ueber 500 Jahren, als sich Kuenstler in diese Hoehlen ( denn die Reste befinden sich ja unter der Erde), hinunterliessen und wunderbare Wandmalereien dort fanden, meist mit weissem Hintergrund, dekoriert mit Ghirlanden, Kandelabern und mythologischen Szenen, umrahmt von gemalten Saeulen und Nischen. Die Renaissancekuenstler waren begeistert und kopierten diesen Stil immer und immer wieder, genannt Grotteskenstil, weil in den “ grotte“, den Hoehlen unter der Erde, gefunden ( z. B. in der Engelsburg, in den Loggien von Raffael im Vatikan oder auch in der Villa d’Este in Tivoli).
Seit 2016 kann man nun nach Jahren der Schliessung ( 2005 war nach starken Regenfaellen ein Teil der Decke eingestuerzt), samstags und sonntags mit Voranmeldung die Ausgrabungen besichtigen, indem man an einer Fuehrung teilnimmt.
Leider wird diese Fuehrung nur in italienischer oder englischer Sprache angeboten. Faszinierend aber ist die moderne Technik:durch virtuelle Realitaet mit Hilfe eines speziellen Geraetes werden wir um 1900 Jahre zurueckversetzt, koennen uns den beruehmten „goldenen Saal“ dreidimensional anschauen, so wie Nero ihn geplant hat mit Stuckdekoration und praechtiger Wandmalerei. Dann erst wird uns klar, warum sein Domus “ goldenes Haus“ genannt wird!
Die Fuehrung dauert ca. 1,5 Stunden und kostet 16,00 Euro mit Voranmeldung, die ich absolut empfehle ( ueber Coopculture) – Stand Januar 2018

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