Kolosseum – ein Meisterwerk der Antike

Das Kolosseum ist das groesste Amphitheater aus der Roemerzeit. Viele glauben, es heisse Kolosseum wegen seiner Groesse, der Name stammt aber von der Kolossalstatue aus vergoldeter Bronze, die urspruenglich neben dem Kolosseum stand. Faszinierend ist die Kuerze der Bauzeit: nur 8 Jahre – eine gewaltige Leistung vor ueber 1900 Jahren, die nur moeglich war, weil tausende von Menschen dort gleichzeitig gearbeitet haben! Viele von ihnen waren aus Jerusalem als Gefangene nach Rom gebracht worden ( Jerusalem war kurz vorher von Kaiser Titus erobert worden – daran erinnert auch der Titusbogen auf dem Forum Romanum).
Innen muessen wir es uns vorstellen wie ein grosses Fussballstadion: eine Holzbuehne ( eingestuerzt) und drumherum Sitzstufen auf Marmor. Es gab Platz fuer 60.000 bis 80.000 Personen. Man braucht etwas Fantasie, um sich die urspruengliche Pracht vorzustellen, denn es war alles mit Marmor ( Travertin aus Tivoli) verkleidet: Fussboeden, Stufen und Waende. Dieser Marmor ist im Laufe der Jahrhunderte abgenommen und weitergenutzt worden, um Kirchen und Palaeste in Rom zu schmuecken, z. B. die Fassade vom Petersdom ist verkleidet mit Marmor vom Kolosseum. Ausserdem haben mehrere Erdbeben das Gebaeude stark beschaedigt, sodass gar auf der Suedseite die zwei aeusseren Korridore eingestuerzt sind.
Aus Filmen wissen alle, welch grausame „Vergnuegungen“ hier stattgefunden haben: Gladiatorenkaempfe, Tierhetzen und wahrscheinlich nur in den ersten Jahren auch Seeschlachten. Damals hat man die Holzbuehne geflutet und historische Seeschlachten nachgespielt. Dies war aber nur moeglich, weil es urspruenglich keine unterirdischen Anlagen unter der Buehne gegeben hat. Als man sich entschloss, die Buehne zu unterhoehlen ( damit man die Buehnendekorationen besser austauschen konnte), wurden die Seeschlachten in einem extra dafuer angelegten Seeschlachtenstadion unweit der Piazza Navona veranstaltet.
Man fragt sich, warum die Roemer so blutruenstig waren! Aber wir muessen uns vorstellen, dass etwa 25 Prozent der Einwohner Roms ( um 100 nach Christus hatte Rom ca. eine Million Einwohner) arm waren: wenig Nahrung und keine Unterkuenfte. Die Gefahr von Aufstaenden war gross. Deshalb bot man den Plebejern Brot und Spiele an, panem et circenses. Damit war das Volk abgelenkt, hatte eine Aufgabe und gab sich mit seinem Schicksal zufrieden.

Wer das Kolosseum besichtigen moechte, sollte auf jeden Fall vorher die Karten buchen im Internet ( Preis 14,00 Euro pro Person, Kinder unter 18 Jahren 2,00 Euro fuer die Reservierung), damit man die langen Schlangen an den Kassen vermeidet. Allerdings muss man immer noch mit einer gewissen Wartezeit rechnen an den Sicherheitskontrollen. Dieses Ticket gilt zwei Tage, und man kann damit auch das Forum Romanum und den Palatin besichtigen. Aber Achtung: man muss Forum und Palatin zusammen besichtigen, man wird nicht ein weiteres Mal in das Ausgrabungsgebiet hineingelassen.

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