Unterirdisches Rom

Unterirdisches Rom – ein spannendes Thema! Denn vor 2000 Jahren war das Strassenniveau deutlich niedriger, sodass sich die antike Millionenstadt etwa 20 Meter unter den heutigen Strassen befand. Das ist ja auch der Grund, weshalb wir in Rom nur 3 U- Bahnlinien haben, denn sobald man anfaengt zu graben, werden immer wieder Gebaeude aus der Antike entdeckt. Viele verbinden mit dem Begriff unterirdisches Rom die Katakomben. Aber Katakomben sind ein fester Begriff fuer christliche und juedische Grabstaetten, und alle Katakomben liegen ausserhalb der Stadtmauer. Mit dem unterirdischen Rom meinen wir natuerlich die gesamten Ausgrabungen in der Innenstadt, die unter den heutigen Gebaeuden, Kirchen und Strassen versteckt sind. Das beruehmteste Beispiel ist sicher S. Clemente, zwischen dem Kolosseum und S. Giovanni in Laterano gelegen. Unter der mittelalterlichen Kirche von S. Clemente hat man im 19. Jahrhundert zwei weitere Stockwerke gefunden. Ich rate immer, dass man erst nach ganz unten geht, um eine Besichtigung chronologisch und damit verstaendlich aufzubauen. Ca. 20 Meter unter dem heutigen Strassenniveau befanden sich vor 1900 Jahren 2 Gebaeude: eine Insula, d.h. ein Mehrfamilienhaus und ein offizielles Gebaeude, moeglicherweise eine Muenzpraegestaette. Interessant und spannend ist, dass man in die Insula ein Mithrasheiligtum hineingebaut hat ( Mithras war eine persische Gottheit, die in der Kaiserzeit in Rom sehr verehrt wurde). Durch Kriege sind diese Gebaeude zerstoert worden, und darueber hat ein reicher Roemer in der Spaetantike ein Einfamlienhaus sich errichten lassen. Dieses Domus diente auch als geheimer Treffpunkt der Christen waehrend der schlimmsten Christenverfolgungen – ein Titulus. Dieser Titulus wurde in eine fruehchristliche dreischiffige Basilika umgewandelt und im Laufe der Jahrhunderte sehr schon mit Fresken dekoriert. Aber auch diese Kirche wurde im 12. Jahrhundert durch Kriege zerstoert, mit Schutt aufgefuellt, und es entstand die heutige Kirche von S. Clemente mit einem beruehmten Apsismosaik und einem wunderbaren Kosmatenfussboden, der ja so typisch ist in den Kirchen Roms und der Umgebung.

Allgemeine Informationen: die Ausgrabungen sind ausser sonntags taeglich geoffnet vormittags bis 12.00 Uhr und nachmittags ab 15.00 bis 18.00 Uhr ( sonntags kann man erst nach der Messe ab 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr besichtigen). Der Eintrittspreis betraegt 10,00 Euro, Jugendliche zahlen 5,00 Euro.

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