{"id":2157,"date":"2020-10-29T08:20:00","date_gmt":"2020-10-29T07:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ciao-rom.com\/stadtfuehrungen\/?p=2157"},"modified":"2020-10-28T08:35:29","modified_gmt":"2020-10-28T07:35:29","slug":"san-pietro-in-vincoli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciao-rom.com\/stadtfuehrungen\/san-pietro-in-vincoli\/","title":{"rendered":"San Pietro in Vincoli"},"content":{"rendered":"<p>San Pietro in Vincoli ist eine der \u00e4ltesten Kirchen von Roms, erbaut zu Beginn des 5. Jahrhunderts. Sie liegt etwas versteckt, oberhalb vom Kolosseum auf dem Colle Oppio, der Teil vom Esquilinh\u00fcgel ist. \u00dcbersetzt hei\u00dft die Kirche Heiliger Petrus in den Fesseln, denn hier unter dem Hauptaltar werden die Ketten aufbewahrt, mit denen Petrus in Rom und in Jerusalem gefesselt worden war und die wundersamerweise miteinander verschmolzen sind. Ber\u00fchmt ist die Kirche  vor allem wegen eines Meisterwerks von Michelangelo: Das Grabmal von Papst Julius II mit der Mosesstatue. Michelangelo war ein Universalgenie, aber seine wahre Leidenschaft galt der Bildhauerei.<!--more--><\/p>\n<p>Julius II gab dem jungen K\u00fcnstler den Auftrag, ein riesiges Mausoleum als Grabst\u00e4tte f\u00fcr sich zu errichten. Dieses Grab sollte in der neuen Peterskirche aufgestellt werden, die sich gerade im Bau befand. Michelangelo war \u00fcbergl\u00fccklich, einen solch bedeutenden Auftrag zu erhalten, begab sich sofort nach Carrara in der Toskana, um die zahlreichen Marmorbl\u00f6cke auszuw\u00e4hlen f\u00fcr etwa 40 Skulpturen. Aber als er nach mehreren Monaten nach Rom zur\u00fcckkehrte, war der Papst nicht mehr sehr an dem urspr\u00fcnglichen Auftrag interessiert. Michelangelo war zu tiefst entt\u00e4uscht und wollte nie wieder f\u00fcr diesen Papst arbeiten. Aber wenige Jahre sp\u00e4ter hat ihn Julius wieder zu sich gerufen und ihm die Ausmalung der Decke der Sixtinischen Kapelle in Auftrag gegeben, was Michelangelo nat\u00fcrlich nicht zur\u00fcckweisen konnte.<\/p>\n<p>Erst nach dem Tod des Papstes haben die Erben das Grabprojekt wieder aufgenommen, allerdings wurde es mehrfach ver\u00e4ndert, vor allem aus finanziellen Gr\u00fcnden reduziert. Insgesamt hat das Projekt sich \u00fcber vierzig Jahre hingezogen, was auch die stilistischen Unterschiede der Skulpturen erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Das Grabmal nimmt jetzt eine gesamte Wand im rechten Querschiff der Kirche ein. Im Zentrum des Grabmals sehen wir die ber\u00fchmte Statue von Moses, der auf dem Berg Sinai von Gott die Gesetzestafeln erhalten hat. Als er zu seinem Volk der Juden zur\u00fcckkehrt, sieht er, wie alle die Statue eines goldenen Kalbes anbeten. Daraufhin war er so erz\u00fcrnt und wollte die Tafeln zerschmettern. Genau dieser Moment ist von Michelangelo dargestellt. W\u00fctend zieht er seinen langen Bart zur Seite, die Augen blicken grimmig. Auffallend und sehr typisch f\u00fcr Michelangelo ist die extreme Betonung der Muskulatur, denn er war sehr interessiert an der menschlichen Anatomie, hat sogar heimlich Leichen seziert, was damals noch bei Todesstrafe verboten war.<\/p>\n<p>Was es mit den ber\u00fchmten H\u00f6rnern auf dem Kopf von Moses auf sich hat und warum wir hier bei der letzten Restaurierung vor wenigen Jahren viele neue Erkenntnisse gewonnen haben, erz\u00e4hle ich Ihnen gerne bei meiner F\u00fchrung vor Ort.<\/p>\n<p><small>Foto&gt;: <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/prof_richard\/\">Richard Mortek<\/a> | <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0\/\">Some rights reserved<\/a><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>San Pietro in Vincoli ist eine der \u00e4ltesten Kirchen von Roms, erbaut zu Beginn des 5. Jahrhunderts. 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