{"id":2229,"date":"2021-01-10T17:22:00","date_gmt":"2021-01-10T16:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ciao-rom.com\/stadtfuehrungen\/?p=2229"},"modified":"2021-01-05T18:30:46","modified_gmt":"2021-01-05T17:30:46","slug":"palestrina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciao-rom.com\/stadtfuehrungen\/palestrina\/","title":{"rendered":"Palestrina"},"content":{"rendered":"<p>Palestrina liegt etwa siebenunddrei\u00dfig Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich von Rom am Monte Ginestro. In Palestrina kann man noch das urspr\u00fcngliche Italien erleben, mit viel mediterraner Atmosph\u00e4re, kleinen Bars, guten Restaurants &#8211; ohne Massentourismus, ein echter Geheimtipp!<\/p>\n<p>Die Urspr\u00fcnge von Palestrina gehen bis in das zweite Jahrtausend vor Christus zur\u00fcck, die B\u00fcrger von Palestrina behaupten, dass ihre Stadt \u00e4lter als Rom sei. Eine erste bedeutende Rolle spielte Palestrina bereits zur K\u00f6nigszeit, denn hier hat man viele Fundst\u00fccke von F\u00fcrstengr\u00e4bern des 8. und 7. Jahrhunderts vor Christus gefunden, die heute zum Teil im \u00f6rtlichen Museum, aber auch in Rom, im Museum f\u00fcr etruskische Kunst in der Villa Giulia ausgestellt sind. Eine der ersten antiken Stra\u00dfen verband Rom mit Palestrina, die sogenannte Via Prenestina (der antike Name von Palestrina lautete Preneste), was die enge Verbindung zwischen Rom und Palestrina deutlich macht. <!--more--><\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Bedeutung bekam Preneste um 100 vor Christus, als hier eine der gr\u00f6\u00dften Tempelanlagen der r\u00f6mischen Antike entstand: Der Tempel der Fortuna Primigenia. Dieser gewaltige Komplex bestand aus sechs Terrassen, verbunden durch Rampen und Treppen. Auf einer dieser Terrassen sehen wir eine hohe Nische, dort brannte ein Feuer, was man auch vom Meer aus sehen konnte. Es diente den Seefahrern als Wegweiser. Auf der n\u00e4chsten Ebene gab es zwei Brunnen. Der eine diente als Orakel, wie uns Cicero beschrieb. Das hei\u00dft, Preneste war das r\u00f6mische Delphi. Diese gewaltige Tempelanlage kann man auch heute noch besichtigen. Dies verdanken wir allerdings einem dramatischen Ereignis. Seit dem Mittelalter hatte die Bev\u00f6lkerung in diesen Tempel ihre kleinen H\u00e4user und Kirchen gebaut, sodass man schlie\u00dflich nichts mehr von dem urspr\u00fcnglichen pr\u00e4chtigen Tempel sehen konnte. 1944 wurde Palestrina von den Amerikanern bombardiert, und erst durch dieses Ereignis sind die antiken Strukturen wieder zum Vorschein gekommen.<\/p>\n<p>Heute hat Palestrina einen typisch mittelalterlichen, mediterranen Charakter mit engen Gasseb und vielen Treppen, da der Ort ja am Hang liegt. Aber man hat sehr sch\u00f6n nahezu die ganze Tempelanlage<br \/>\nfreigelegt. Die oberste Terrasse nimmt heute der Palazzo Barberini ein, mit einem hochinteressanten Museum mit Fundst\u00fccken aus dem antiken Preneste: Statuen, Schmuck, Inschriften, antike Schminkschatullen (sogenannte Ficoroni), Grabsteine. Vor allem aber sehen wir hier eines der gr\u00f6\u00dften Mosaike der r\u00f6mischen Antike, das sogenannte Nilmosaik (siehe Foto oben), ca. 2100 Jahre alt. Dargestellt wird eine Nillandschaft mit Tieren und Menschen. Dieses Mosaik ist reich an Details, ungeheuer farbig und perfekt in der Komposition.<\/p>\n<p>Wer sich f\u00fcr Kirchenmusik interessiert, der sollte auf keinen Fall einen Besuch im Geburtshaus von Pierluigi da Palestrina verpassen, der im 16. Jahrhundert in Palestrina geboren wurde und einer der bedeutendsten Meister der Polyphonie war. Auf dem Domplatz im Zentrum steht seine Statue.<\/p>\n<p>Die Br\u00fcder Heinrich und Thomas Mann hielten sich Ende des 19. Jahrhunderts f\u00fcr zwei Sommer in Palestrina auf. Thomas Mann wurde hier f\u00fcr seinen Doktor Faustus inspiriert und schrieb einen Gro\u00dfteil der Buddenbrooks w\u00e4hrend seines Aufenthaltes in Palestrina<\/p>\n<p>Palestrina l\u00e4\u00dft sich recht gut von Rom aus erreichen. Entweder man nimmt vom Hauptbahnhof den Zug Richtung Frosinone\/Cassino und steigt nach etwa 30 Minuten in Zagarolo aus; von Zagarolo fahren regelm\u00e4\u00dfig Busse nach Palestrina (Fahrzeit ca. 10 Minuten). Oder aber man nimmt einen Bus von der Metrostation Anagnina oder Ponte Mammolo (Fahrzeit bis Palestrina ca. 45 Minuten).<\/p>\n<p><small>Foto: <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/carolemage\/\">Carole Raddato<\/a> | <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.0\/\">Some rights reserved<\/a><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Palestrina liegt etwa siebenunddrei\u00dfig Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich von Rom am Monte Ginestro. 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