Die Katakomben von Rom

In Rom gab es ca. 60 Katakomben. Was ist eine Katakombe? Viele meiner Gäste verbinden mit diesem Begriff unterirdische Ausgrabungen, aber eine Katakombe ist eine Grabstätte für Christen oder Juden. Tote wurden in der Antike aus hygienischen Gründen immer außerhalb der Stadtmauern begraben. Die Römer waren zudem abergläubisch und wollten keine Toten in den Städten bestatten. Deshalb liegen die Katakomben, wie auch die heidnischen Grabstätten, immer an den Konsularstraßen außerhalb der Stadtmauern.

Katakomben waren niemals ein Versteck der Christen, wie es oft in Filmen dargestellt wurde, sondern eine reine Begräbnisstätte. Wir wissen, dass die Kaiser mehrfach die Katakomben konfisziert haben. Dies war natürlich nur dann möglich, wenn sie auch wußten, wowo sich diese Katakomben befanden. Um Platz zu sparen, wurden sie unter der Erde angelegt. Es gibt etwa einhundertfünfzig Kilometer lange Gänge in vier Stockwerken. Dies war technisch nur möglich, weil der verwendete Stein, der Tuffstein (vulkanischer Ursprung) sehr weich ist.

Von den sechzig Katakomben kann man recht unproblematisch sechs besichtigen, einige andere nur mit Sondergenehmigung. Die drei bekanntesten befinden sich an der Via Appia Antica: S. Sebastiano, S. Callisto und S.Domitilla, letztere wird von deutschen Priestern geleitet. Da man zu deren Besichtigung grundsätzlich an den örtlichen Führungen teilnehmen muß, rate ich allen Individualtouristen, zur Katakombe Santa Domitilla zu gehen, da hier sehr oft deutsche Führungen angeboten werden.

Ein Geheimtipp ist die Katakombe von Santi Pietro e Marcellino an der Via Casilina, die erst vor einigen Jahren zugänglich gemacht wurde. Sie befindet sich direkt am Mausoleum von Helena, der Mutter von Kaiser Konstantin, der die Christen zu Beginn des 4. Jahrhunderts nicht mehr verfolgen ließ. Besonders interessant sind hier die Malereien. Außerdem ist man meist ziemlich alleine dort ohne große Gruppen, die die Atmosphäre stören. Allerdings werden nur Führungen in englischer oder italienischer Sprache angeboten. Privat kann ich aber auch eine Führung in deutscher Sprache anbieten.

Foto: Seth Schoen | Some rights reserved

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